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Klinik


Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie,
Psychosomatik und
Psychotherapie

Univ.-Prof. Dr. J. Deckert


Spezialambulanz Gedächtniserkrankungen

Leitung

OA PD Dr. med. M. Lauer

Mitarbeiter
OA Dr. med. T. Polak, Fr. Dipl.-Psych. S. Rölz, Fr. Dipl.-Psych. A.-M. Kuraszkiewicz, Fr. Dipl.-Soz.-Päd. M. Rothenhöfer, Fr. B. Reitmeier, Fr. B. Kaiser, Hr. M. Droll, Fr. A. Hartung 

 
Kontakt und Terminvereinbarung
Poliklinik der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Würzburg
Margarete-Höppel-Platz 1 (ehemals Füchsleinstr. 15), 97080 Würzburg
Tel.: (0931) 201 – 77800
Fax: (0931) 201 – 77840

Was ist eine Demenz?

Mit zunehmendem Alter klagen viele Menschen über Einschränkungen von Gedächtnis und Konzentrationsvermögen. Oft liegen dem normale Alterserscheinungen oder außerordentliche Belastungen im Alltag zugrunde. Andererseits sind diese Symptome möglicherweise auch Ausdruck einer unerkannten körperlichen oder einer psychischen Erkrankung wie beispielsweise einer Demenz oder einer Depression. Daher ist beim Auftreten entsprechender Beschwerden eine gründliche fachärztliche Untersuchung erforderlich, um eine derartige Erkrankung vom normalen Prozess des Älterwerdens abzugrenzen sowie die zugrunde liegende Ursache aufzudecken und möglichst zielgerichtet behandeln zu können.

Unser Behandlungsangebot

In der Gedächtnissprechstunde der Institutsambulanz unserer Klinik wird die Ursache nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit diagnostiziert und gemeinsam mit den Patienten und ihren Angehörigen ein optimales Behandlungskonzept erarbeitet. Eine Hauptaufgabe ist hierbei die Früherkennung dementieller Erkrankungen, da hierdurch eine Behandlung in einem frühen Stadium mit einer möglicherweise längeren Erhaltung der Alltagskompetenz des Patienten erreicht werden kann. Dieser Prozess erstreckt sich in der Regel über zunächst zwei bis drei ambulante Termine, um eine qualifizierte Diagnostik durchführen und genug Raum für die Erstellung des Behandlungskonzeptes sowie Aufklärungsgespräche und Beratungen bieten zu können.

Beim ersten Termin wird ausführlich die bisherige Krankengeschichte erfasst, idealerweise ergänzt durch Beschreibung von Angehörigen. Danach erfolgt die gründliche psychische, internistische und neurologische Untersuchung.

Zum Ausschluss einer anderweitig behandelbaren, d. h. sekundären Demenz werden standardisiert basale und Spezial - Blutwerte erhoben wie Elektrolyte, Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte, Blutzucker, Blutbild, Vitamin B12 und Folsäure sowie eine Analyse der Eiweißzusammensetzung des Blutes (Serumeiweißelektrophorese). Bei bestimmten Fragestellungen werden ergänzende Laboruntersuchungen auf Borrelien, Syphillis, Kupferstoffwechselstörungen oder HIV durchgeführt.

Nach einer Kurzuntersuchung der Gedächtnisleistung (Mini Mental Status Test) am ersten Untersuchungstag wird bei einem zweiten Untersuchungstermin die ausführliche neuropsychologische Untersuchung möglichst genau auf die besondere Situation des Patienten abgestimmt. Bei dem Verdacht auf eine leichte kognitive Störung oder eine Demenz vom Alzheimer-Typ wird die CERAD plus-Testbatterie durchgeführt. Bei Verdacht auf andere Demenzformen werden die Tests dementsprechend variiert. Wichtig ist auch der Ausschluss einer möglicherweise zugrunde liegenden depressiven Störung. Dies erfolgt durch die ärztliche Untersuchung und wird ebenfalls unterstützt durch eine standardisierte neuropsychochologische Testung. Bei diesem zweiten Termin werden die Untersuchungsergebnisse mit dem Patienten und den Angehörigen ausführlich besprochen.

Erhärtet sich der Verdacht auf eine demenzielle Erkrankung, wird den Patienten für die weitere Diagnostik mittels Nervenwasseruntersuchung (Liquorpunktion) und Kernspintomographie (MRT) oder Positronenemissionstomographie (PET) ein kurzer Aufenthalt auf der Fachstation IV Ost angeboten. In diesem Rahmen erfolgt auch eine intensive Überprüfung der Gefäß – Risiko – Faktoren (Blutdruck, Herzrhythmus, Cholesterin, aktueller und Langzeit-Blutzuckerwert, Homocystein), von denen wir heute wissen, dass sie nicht nur ein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, sondern auch für verschiedene Demenzformen einschließlich der Alzheimer-Demenz darstellen. Alternativ kann die weiterführende Diagnostik bis auf die Liquorpunktion und die Positronenemissionstomographie (PET) auch ambulant erfolgen.

Bei Bestätigung der Diagnose einer Demenz erfolgt dann bereits während des stationären Aufenthaltes oder aber im Rahmen der ambulanten Nachsorge eine sozialpädagogische Beratung. Inhalte des Gesprächs sind beispielsweise Hilfen für Angehörige (Angehörigen-Pflegekurse, ehrenamtliche Helfer für zu Hause, Einbindung einer Sozialstation, Tagespflege, Unterstützung bei der Pflegestufeneingliederung, Optionen des betreuten Wohnens, finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten) und die Vermittlung an lokal unterstützende Organisationen (HALMA e.V., Alzheimer-Gesellschaft, Diakonie, Caritas). Auch die eventuelle weitere Bedeutung der Diagnose für den Alltag (z.B. Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung) wird besprochen.

Ebenfall wird schon während des stationären Aufenthaltes oder im Rahmen der ambulanten Weiterbehandlung eine zielgerichtete, symptomorientierte medikamentöse Behandlung einer Demenz, der mit ihr möglicherweise verbundenen Begleitsymptome, einer Depression oder einer mit einem dementiellen Syndrom einhergehenden Grunderkrankung eingeleitet und überwacht.
Im Verlauf finden ambulante Wiedervorstellungen im Abstand von zunächst drei bis sechs Monaten statt. Diese Termine werden von den behandelnden Ärzten der Station IV Ost oder durch die Gedächtnisambulanz wahrgenommen. Hierbei wird zur Überprüfung der Wirksamkeit einer Demenz - Therapie oder zur Feststellung einer Veränderungsbedarfs standardisiert wieder der Mini Mental Status – Test durchgeführt. Ergänzend bieten wir Gedächtnistraining an. Auch eine ambulante ergotherapeutische Beratung ist möglich. Schließlich kann auch eine sozialpädagogische Beratung im Verlauf wichtig sein. Ziel ist, die Behandlung und die Rahmenbedingungen so weit zu optimieren, dass sie von den behandelnden Hausärzten fortgeführt wird und fachärztlich nur noch in größeren Intervallen überprüft zu werden braucht. Für schwerer betroffene Patienten bietet unsere Klinik die Möglichkeit der aufsuchenden gerontopsychiatrischen Pflege (Link) an.

Unser Team

Das Team setzt sich zusammen aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, einer Arzthelferin und examiniertem Pflegepersonal. Neben der ärztlichen und psychologischen Diagnostik und medikamentösen und ggf. ergotherapeutischen Behandlung der Patienten findet eine umfassende sozialpädagogische Beratung der Patienten und ihrer Angehörigen über die Erkrankung, ihre Behandlungsmöglichkeiten sowie die zur Verfügung stehenden Unterstützungsmöglichkeiten statt.

PD Dr. med. M. Lauer

PD Dr. med. M. Lauer
Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie
Oberarzt der Klinik

Dr. med. T. Polak

Dr. med. T. Polak
Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie
Oberarzt der Klinik

Dr. med. A. Hohage

Dr. med. A. Hohage

Dr. Dr. M. Fischer

Dr. Dr. M. Fischer
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Dipl.-Psych. S. Rölz

S. Rölz
Psychologin

Dipl.-Soz.-Päd. M. Rothenhöfer

M. Rothenhöfer
Sozialpädagogin