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Klinik


Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie,
Psychosomatik und
Psychotherapie

Univ.-Prof. Dr. J. Deckert


Spezialambulanz Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

 

Was eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betrifft ungefähr 5-10% aller Kinder und Jugendlichen und gehört damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen dieses Lebensalters. Lange Zeit wurde angenommen, dass es zu einem Verschwinden der Symptome bis zum Erwachsenenalter kommt. Inzwischen ist bekannt, dass auch die adulte ADHS mit einer geschätzten Häufigkeit von 1-2% in Deutschland eine häufige psychische Erkrankung ist.

Die ADHS ist gekennzeichnet durch die Kernsymptome Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität und Impulsivität. Es liegen alters- und geschlechtsspezifische Beschwerde- und Symptomänderungen vor. Im Vordergrund der Beschwerdeschilderung betroffener Erwachsener stehen häufig Stimmungsschwankungen, übertriebene emotionale Reaktionen, Unbeherrschtheit und Unordnung in allen Lebensbereichen.

Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität und Impulsivität sind individuell unterschiedlich stark ausgeprägt. Eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung liegt dann vor, wenn die Ausprägung zu deutlichen Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen führt. Betroffene Erwachsene weisen häufig zusätzlich andere Erkrankungen auf wie affektive Erkrankungen, Angsterkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen. Die Persönlichkeit beeinflusst die Bewältigungsstrategien, die für von ADHS betroffene Erwachsene überwiegend erfolgreich oder weniger erfolgreich sein können.

Komplexe Wechselwirkungen von neurobiologischen und psychosozialen Faktoren tragen zur Entstehung von ADHS bei.

Unsere Behandlungsangebote

  • Spezialambulanz ADHS im Erwachsenenalter
  • ADHS Familienambulanz in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter
  • Stationäre Therapie bei psychischen Erkrankungen wie affektiven Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen auf dem Hintergrund einer ADHS
  • Interdisziplinäres Team aus Psychiatern, Psychologen und Sozialpädagogen

Die Diagnostik folgt einem zeitaufwendigen, standardisierten Vorgehen.

  • Vor dem Beginn der Diagnostik für ADHS müssen andere psychische Erkrankung behandelt werden.
  • Andere psychische oder organische Erkrankungen müssen als Erklärung für Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität ausgeschlossen werden.
  • Erst dann kann eine ADHS im Erwachsenenalter durch anamnestische, psychometrische und neuropsychologische Untersuchungen gesichert werden.
  • Ein Nachweis der Symptome in der Kindheit ist dabei zu erbringen. Zeugnisse und Angaben der Eltern spielen eine wesentliche Rolle.
  • Die Symptome dürfen zu keinem Zeitpunkt des Lebens vollständig verschwunden gewesen sein.

Die Therapie erfolgt ausschließlich innerhalb eines multimodalen Therapiekonzeptes.

  • Initial steht eine ausführliche Psychoedukation, um die Symptome und deren Auswirkungen auf die Biographie besser zu verstehen und daraus gegegebenfalls Konsequenzen für die Lebensgestaltung zu ziehen. Individuelle Bewältigungsstrategien werden unter Berücksichtigung von Persönlichkeitsmerkmalen  vermittelt.
  • Störungsspezifische Psychotherapie, zum Teil in Gruppen, besteht in einer Vermittlung von Fähigkeiten zur Symptombewältigung und deren Umsetzung in den Alltag.
  • Psychopharmakotherapie kann im Rahmen eines Behandlungskonzeptes erfolgen und dabei einen wichtigen Stellenwert einnehmen.
  • Sozialpädagogische Unterstützung ist bei vielen psychosozialen Problemen von hoher Relevanz.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Die Wirksamkeit aktueller Therapien wird mit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter überprüft und optimiert. Neue Therapien sollen auf der Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen in enger Kooperation mit dem Lehrstuhl für Molekulare Psychiatrie entwickelt werden.

  • Therapiestudie für von ADHS betroffene Eltern und deren betroffene Kinder in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter

Unser Team

Dr. med. S. Unterecker

Oberarzt
PD Dr. med. S. Unterecker
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Herr Dr. Dr. M. Fischer

Assistenzarzt
Herr Dr. Dr. M. Fischer

Sozialpädagogin
Herr P. Schweizer