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Klinik


Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie,
Psychosomatik und
Psychotherapie

Univ.-Prof. Dr. J. Deckert


Schwerpunkte in der Versorgung

Psychiatrische Intensiv- und Allgemeinbehandlung
Auf den psychiatrischen Intensivstationen, die in eine Frauen- und eine Männerstation mit einem Gemeinschaftsraum aufgeteilt sind, und auf den psychiatrischen Allgemeinstationen können Patienten mit allen psychischen Erkrankungen aufgenommen, untersucht und behandelt werden. Wenn krankheitsbedingt eine besondere Gefährdung der Patienten oder deren sozialem Umfeld vorliegt und eine besonders intensive Betreuung erforderlich ist, erfolgt die Behandlung zunächst auf den beschützenden Intensivstationen. Im weiteren Verlauf werden die Patienten dann auf den Allgemeinstationen oder - je nach Krankheitsbild - auf den entsprechenden Spezialstationen weiterbehandelt.

  • Sportplatz und Garten

Auf jeder Krankenstation können jeweils 16 - 21 Patienten in 1-3 Bett-Zimmern mit eigener Naßzelle betreut werden. Die Behandlung erfolgt immer durch ein Behandlungsteam, bestehend aus Ärzt(inn)en, Psycholog(inn)en, speziell geschulten Krankenschwestern und -pflegern, Ergotherapeut(inn)en, Physiotherapeut(inn)en, Sozialarbeiter(inn)en, Kunst- und Musiktherapeutinnen. Die Therapien umfassen neben einer pharmakologischen und anderen somatischen Therapien (Lichttherapie, Wachtherapie u.a.) psychotherapeutische, soziotherapeutische und physiotherapeutische Behandlungsmethoden. Es werden tägliche Visiten und regelmäßige Einzelgespräche durchgeführt. Diese Gespräche dienen der stützenden, problemorientierten, individuellen Betreuung und Beratung der Patienten. Auf Wunsch der Patienten können in diese Gespräche auch Familienangehörige mit einbezogen werden. In psychotherapeutischen Gruppen werden Entspannungstherapien (Jacobson-Entspannung, autogenes Training), Gedankenstopp, Kunst- und Musiktherapie, Assertivitätstraining, Konzentrationstraining und Stressbewältigungstraining angeboten. Das soziotherapeutische Angebot umfasst Ergotherapie, Haushaltstraining und Arbeitserprobungs-Massnahmen. In die Behandlung wird immer auch das jeweilige soziale Umfeld des Patienten mit einbezogen. Bei Aufenthalten, die länger als zwei Wochen dauern, besteht nach Absprache mit dem behandelnden Arzt die Möglichkeit einer Beurlaubung nach Hause am Wochenende und ggf. auch unter der Woche im Sinne einer Belastungserprobung. Ein gut gepflegter, ruhiger Klinikgarten unterhalb der Weinberge steht auch am Wochenende zur Erholung zur Verfügung.

Bewegungsbad

Die physiotherapeutische Abteilung mit eigener Sporthalle und Bad bietet ein breitgefächertes Behandlungsprogramm, das Sportangebote für alle Altersgruppen, einen Fitness-Raum, Kneipp-Güsse, Bewegungsbäder, Krankengymnastik, klassische Massage, Lymphdrainage, Fangopackungen, Stangerbäder und Schlingentisch-Therapie umfasst.

Darüberhinaus besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Schwimmgruppe, an einem Singkreis und an einem Mittwochsabend-Club. Über die Patientenbibliothek die Möglichkeit Sach- oder Unterhaltungsbücher auszuleihen und ein Internetzugang.Bei der Regelung von krankheitsbedingten sozialen Notsituationen und bei der Einleitung sozialer und beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen stehen ihnen zur Beratung und Hilfe Sozialpädagog(inn)en zur Verfügung.

Auf Wunsch werden Gespräche mit den Seelsorgern, Past.-Ref. Gudrun Heid (kath.) und Pfr.in Heidi Landgraf (eveng.) vermittelt; von außerhalb Tel. 0931/201-0, intern über die 12. (Gottesdienstangebot in der Psychiatrie

  • Bild aus der Kunsttherapie; Musiktherapie; Therapieraum

Klinische Psychotherapie
Im Bereich Psychotherapie werden 16 stationäre Behandlungsplätze angeboten. Zur Aufnahme kommen Patienten mit Angst-, Zwangs-, Eß-, oder sogenannten Somatisierungsstörungen (Störungen mit körperlichen Beschwerden ohne organische Ursache), aber auch mit anderen neurotischen Erkrankungen, Anpassungsstörungen und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen. Für diese Erkrankungen werden individuelle Therapien auf verhaltenstherapeutischer und kognitiver Grundlage angeboten. Das Behandlungsteam umfasst einen Oberarzt, zwei Assistenzärzte, zwei Psychologinnen, eine Sozialarbeiterin und zehn verhaltenstherapeutisch erfahrene Krankenschwestern bzw. -pfleger. Die Therapieziele werden individuell erarbeitet, und entsprechend dem Behandlungsplan finden neben der Einzeltherapie zusätzliche Behandlungen in Gruppen statt. Auch andere Behandlungsangebote der Klinik, wie z.B. Sport- und Bewegungstherapie, Arbeits- und Beschäftigungstherapie, Kunst- und Musiktherapie, werden in den Behandlungsplan integriert. Dieses Angebot wird seit 2009 ergänzt durch das teilstationäre Behandlungsangebot der interdisziplinären Psychosomatischen Tagesklinik mit insgesamt 18 Behandlungsplätzen.


Klinische Suchtmedizin 

Im Schwerpunkt Klinische Suchtmedizin stehen 16 Behandlungsplätze für alkohol-, drogen- und medikamentenabhängige Patienten beiderlei Geschlechts für einen mehrwöchigen "qualifizierten Entzug" zur
Verfügung. Das Therapiekonzept besteht aus differenzierter Diagnostik, einer Motivationsphase sowie einer individuellen Indikationsstellung und Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen. Dieser Behandlungsschwerpunkt ist im regionalen Suchtkranken-Hilfesystem vernetzt. Für die Behandlung stehen neben dem speziell geschulten Pflegepersonal und dem Leiter des Schwerpunktes zwei Assistenzärzte, eine Sozialpädagogin mit der Zusatzqualifikation "Suchttherapie", und eine Diplom-Psychologin zur Verfügung.

  • Holzgruppe und Bürogruppe der Arbeitstherapie

Klinische Gerontopsychiatrie
Der Schwerpunkt Klinische Gerontopsychiatrie ist dezentral organisiert und hält je nach Bedarf Behandlungsplätze auf den beiden beschützenden Intensivstationen und auf den offenen Stationen vor. Es wird die komplette Diagnostik von Demenzerkrankungen einschließlich Neuropsychologie, Untersuchung des Nervenwassers und spezieller bildgebender Untersuchungen des Gehirns angeboten. Basierend auf der persönlichen Krankheitssituation und den Untersuchungsergebnissen wird eine individuell angepaßte Therapie eingeleitet. Es besteht eine enge Vernetzung mit der Spezialsprechstunde für Gedächtnisstörungen mit dem Angebot der ambulanten psychiatrischen Pflege und seit 2011 der interdisziplinären Neurogerontopsychiatrischen Tagesklinik mit insgesamt 18 Behandlungsplätzen, sowie dem regionalen geronotopsychiatrischen Versorgungssystem, insbesondere auch mit der auf Beratung und Betreuung Demenzkranker und ihrer Angehörigen spezialiserte Hilfsorganisation HALMA e.V. Würzburg (www.halmawuerzburg.de).

Teilstationäre (tagesklinische) Versorgung bei endogenen Psychosen
In der Tagesklinik werden überwiegend Patienten mit endogenen Psychosen behandelt, die keiner vollstationären Behandlung bedürfen, bei denen aber eine ambulante Behandlung zur Stabilisierung und medizinischen und sozialen Rehabilitation nicht ausreicht. Die Tagesklinik bietet ein Optimum an psychiatrischer Versorgung durch Bereitstellung aller Hilfsmittel, die auch in einer vollstationär arbeitenden Einrichtung zur Verfügung stehen, bei gleichzeitigem Erhalt des sozialen Bezugssystems des Patienten. Wesentliche Voraussetzungen sind, daß der Patient in der Lage ist, den Weg zwischen Klinik und Wohnort selbständig zu bewältigen und daß ein ausreichend stabiler sozialer Hintergrund vorhanden ist. Die Behandlungszeit in der Tagesklinik (werktags zwischen 8:00 -16:00 Uhr) ist durch ein therapeutisches Programm strukturiert, dessen Angebote aus einer Kombination von arbeits- und soziotherapeutischen Gruppen bestehen. Reale Lebensanforderungen werden unter Hinzuziehung verschiedener Therapiemethoden simuliert und stufenweise trainiert, so daß neue Verhaltensgewohnheiten erlernt, stabilisiert und zur unmittelbaren Lebensbewältigung eingesetzt werden können. Die Therapie wird durchgeführt durch erfahrene Ärzte (ein Oberarzt, ein Assistenzarzt), drei erfahrene Pflegekräfte und jeweils einen Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin aus den Bereichen der Sozialpädagogik, Arbeitstherapie, Psychologie und Physiotherapie.

Klinische Psychologoe

Poliklinische Versorgung mit Spezialambulanzen
Die Poliklinik versorgt Patienten mit allen psychischen Krankheiten, die jedoch nicht so schwer ausgeprägt sein dürfen, daß eine stationäre Behandlung erforderlich ist. Spezielle Ziele der poliklinischen Behandlung sind Krankheitsverhütung, Früherkennung, Rückfallverhütung und auch die Vermeidung unerwünschter Therapie-Effekte. Die poliklinische Betreuung bezieht Familienberatung, Krisenintervention, Sucht- und Suizid-Prophylaxe mit ein. An Spezial-Ambulanzen stehen hier Sprechstunden für Patienten mit ADHS, Angsterkrankungen, Affektive Erkrankungen,  Suchterkrankungen, sowie eine Gedächtnis-Sprechstunde für Alzheimer-Patienten und eine Angehörigen-Beratung für Demenz-Patienten zur Verfügung.
Folgende Infobroschüren stehen als Download zur Verfügung: Flyer ADHS, Flyer Angsterkrankungen, Flyer Bipolare ErkrankungenFlyer Suchterkrankungen, Flyer Gedächtnisambulanz, Flyer Ambulante Psychiatrische Pflege

Angebote für Familien
In Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, - psychosomatik und -psychotherapie können Familien, in denen Erwachsene und Kinder erkrankt sind, generationenübergreifend in Rahmen einer Familiensprechstunde betreut werden. In Zusammenarbeit mit der Diakonie wird im Rahmen eines von der Aktion Mensch geförderten Pilotprojektes (http://www.wuerzburger-projekt.de/) eine Sprechstunde für erkrankte Erwachsene angeboten, deren Kinder Probleme mit der Erkrankung der Eltern haben. Auf der psychotherapeutischen Schwerpunktstation können erkrankte Mütter zusammen mit ihrem Kleinkind aufgenommen und behandelt werden.

Weitere Schwerpunkte

Die klinische Psychologie dient neben der psychotherapeutischen Betreuung der Patienten insbesondere auch einer speziellen ausführlichen Diagnostik durch Befunderhebung mit Hilfe von Fremd- und Selbstbeurteilungsskalen und psychodiagnostischen Testverfahren.

EEG Untersuchung

Im Funktionsbereich Psychophysiologie und funktionelle Bildgebung werden neben neurophysiologische Routineuntersuchungen wie EEG, akustisch, visuell und somatosensorisch evozierte Potentiale (AEP, VEP, SEP), Messungen der Nervenleitgeschwindigkeiten insbesondere auch nicht-invasive, nebenwirkungsfreie Untersuchungen mit Nah-Infrarot Spektroskopie (NIRS), ereignis-korrelierten Potentialen (EKP) und transkranieller MAgnetstimulation (TMS) durchgeführt. Dadurch können wichtige Hinweise für differentialdiagnostische Fragestellungen bei psychischen Erkrankungen gewonnen werden. Es stehen hier moderne Mehrkanal-Apparaturen zur Verfügung, die eine hochauflösende räumliche Analyse der Hirnaktivität zur Unterstützung der psychiatrischen Diagnostik erlauben.

HPLC-Anlage

Speziallabor für therapeutisches Drug Monitoring (TDM)
Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) dient zur besseren Steuerung einer medikamentösen Behandlung mit Psychopharmaka, beispielsweise Antidepressiva und Antipsychotika. Vorwiegend aufgrund des unterschiedlich raschen Abbaus in der Leber können bei einer bestimmten Dosis eines Psychopharmakons von Patient zu Patient sehr unterschiedliche Mengen des Wirkstoffes an den Nervenzellen ankommen. Die dort ankommende Wirkstoffmenge ist ausschlaggebend für den Therapieerfolg. Sie kann zwar nicht direkt bestimmt werden, jedoch liefert die im Blut vorhandene Wirkstoffkonzentration eines Medikamentes gute Anhaltspunkte für die direkt an den Nervenzellen vorhandene Konzentration. Mittels moderner analytischer Methoden können die im Blut zirkulierenden Wirkstoffmengen der meisten Psychopharmaka im TDM-Labor der Klinik zuverlässig gemessen werden. Die Blutentnahme hierfür erfolgt im Rahmen der Routine-Labordiagnostik. Daher lassen sich aus der Konzentration eines Medikamentes im Blut unter Berücksichtigung des vom Arzt beurteilten Therapieerfolges, der Verträglichkeit und der gleichzeitig verabreichten Begleitmedikamente gut begründete Empfehlungen hinsichtlich der optimalen Dosierung dieses Medikamentes für den individuellen Patienten ableiten. Für eine maximal sichere und wirksame Behandlung mit Psychopharmaka hat das TDM inzwischen einen hohen Stellenwert und ist im Rahmen des Qualitätsmanagements für eine optimale Patientenversorgung sehr empfehlenswert. Daher wird es in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg bei allen mit Psychopharmaka behandelten Patienten regelmäßig angewendet.