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Klinik


Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie,
Psychosomatik und
Psychotherapie

Univ.-Prof. Dr. J. Deckert


Was ist eine Suchterkrankung?

Entsprechend den ICD-10 Kriterien ist Sucht definiert durch einen starken Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol oder eine andere Substanz zu konsumieren. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums liegt vor. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums tritt auf, ebenso eine Toleranz bezüglich der konsumierten Substanz. Andere Inter¬essen werden zunehmend zugunsten des Alkoholkonsums oder einer anderen Substanz vernachlässigt. Es besteht ein, erhöhter Zeitaufwand, um den Alkohol oder eine andere Substanz zu konsumieren oder sich von den Folgen des Konsums zu erholen. Der Konsum von Alkohol oder einer anderen Substanz wird trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen wie z.B. Leberschädigung fortgesetzt.

Unser Behandlungsangebot

Unser Behandlungsschwerpunkt richtet sich an Patienten, die an einer Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit leiden. Er umfasst eine Schwerpunktstation mit einer angegliederten Spezialambulanz und bietet in diesem Rahmen auch ein ambulantes nachstationäres Programm (Ambulantes Stützprogramm mit Integrationsgruppe) an.

Fachambulanz für Suchterkrankungen

Sprechstunden täglich, 14.00-16.00 Uhr (Termine nach Vereinbarung)

Schwerpunktstation für Suchterkrankungen

Station 4-West Tel.: 0931/201-76300
18 stationäre Behandlungsplätze PS_4West@ukw.de

Vorgespräch:
Die Aufnahme erfolgt nach einem Vorgespräch [0931/201-76000 (zentrale Vermittlung); 0931/201-76300 (Stationszimmer). Das Vorliegen einer Störung des Substanzkonsums wird als Aufnahmeindikation geprüft und ein individuelles störungsspezisches Behandlungsangebot wird erstellt. Ziel ist dabei, einen möglichst frühzeitigen Behandlungsbeginn zu ermöglichen.

Qualifizierter Entzug (14 Tage):
Die Behandlung von vegetativen Entzugssyndromen erfolgt pharmakologisch. In einem medizinisch ganzheitlichen Ansatz werden neben der diagnostischen Untersuchung im ausführlichen Gespräch eine umfassende körperliche sowie wichtige apparative Zusatzuntersuchungen durchgeführt. Komorbide psychische Erkrankungen werden psychopathologisch und psychometrisch erfasst.

Psychotherapeutrische und sozialpädagogische Behandlungen unterstützen die dauerhafte Abstinenz. Motivierende Gesprächsführung ist ein klientenzentrierter und direktiver Ansatz zum Aufbau von Eigenmotivation. Individuelle Krankheitsmodelle mit auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren sind im Rahmen der individualisierten störungsspezifischen Verhaltenstherapie von hoher Relevanz. Die störungsspezifische Psychiatrische Kurzzeitpsychotherapie strukturiert den Therapieprozess. Eine spezielle Frauengruppe berücksichtigt die entsprechenden Besonderheiten der aufrechterhaltenden Bedingungen von Suchterkrankungen. Psychosoziale Probleme werden gemeinsam mit dem sozialpädagogischen Dienst der Klinik einer systematischen Klärung unterzogen.

Rückfallprävention und Zukunftsplanung (7Tage):
Der körperlich-psychische Entzug mit ängstlicher Verstimmung, Reizbarkeit und Schlafrhythmusstörungen ist ohne stützende Struktur und intensive therapeutische Betreuung die rückfallgefährdendste Zeit.

Motivierende Gesprächsführung vermittelt verschiedene Strategien zur Rückfallverhütung. Verhaltenstherapie fördert die subjektive Erwartung, die Verhaltensänderung selber bewerkstelligen zu können. Anwendung finden hierbei zudem kognitive Strategien, die auf eine Modifikation suchtspezifischer Gedanken abzielen und den Aufbau von alternativen hilfreichen Kognitionen anregen. Expositionstraining und individuelle Zukunftsplanung erfolgen. In der störungsspezifischen Psychiatrischen Kurzzeitpsychotherapie werden die Module Rückfallprophylaxe, Emotionen nicht mehr vermeiden, Zeit zwischen Gesprächen nützen und kraftspendende Rituale erarbeitet.

Multimodale Konzepte umfassen pharmakologische und psychotherapeutische Behandlungen von komorbiden psychischen Erkrankungen. Die Teilnahme an spezifischen Behandlungsmodulen der Schwerpunktstationen und Spezialambulanzen unserer Klinik erfolgt.

In der sozialpädagogischen Behandlung wird die gezielte Aktivität eigenständig geplanter Freizeitgestaltung unterstützt.

Nachsorge:
Nach dem stationären Aufenthalt können die Patienten an einem speziellen Nachsorgeprogramm (ambulantes Stützprogramm) teilnehmen, das sich auf bis zu ein Jahr erstrecken kann. Es umfasst einen wöchentlichen Besuch der Integrationsgruppe sowie regelmäßige Blut- und Atemalkoholkontrollen.

Unser Behandlungsteam

Unser motiviertes und erfahrenes Behandlungsteam ist multiprofessionell und umfasst einen Oberarzt, zwei Ärzte, zwei Psychologinnen, einer Sozialpädagogin und zehn Pflegekräfte, darunter einen Mentor und einen Fachpfleger für Psychiatrie. Alle Mitarbeiter der Station werden kontinuierlich über Suchterkrankungen weitergebildet. Die Suchtmedizinischen Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen veranstalten wir jährlich mit langjähriger Tradition. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit den Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen für Menschen mit Suchterkrankungen im Raum Würzburg zusammen.

Leitung

Oberärztliche Leitung:

Ltd. OA PD Dr. S. Unterecker

Ltd. OA PD Dr. S. Unterecker
Email: Unterecker_S@ukw.de

Stationsärzte:

Frau Dr. N. Riediger

Fr. Dr. N. Riediger
Email: Riediger_N@ukw.de

Fr. Dr. N. Pfeifroth
Email: Pfeifroth_N@ukw.de

Hr. S. Theisen

Hr. S. Theisen
Email: Theisen_S@ukw.de

Hr. Dr. G. Zlota
Email: Zlota_G@ukw.de

Psychologen:

Fr. Dipl.-Psych. Joachim

Fr. Dipl.-Psych. K. Joachim
Email: JOACHIM_K@ukw.de

Hr. Dr. Dipl.-Psych. J. Wiemer

Hr. Dr. Dipl.-Psych. J. Wiemer
Email: Wiemer_J@ukw.de

Sozialpädagogen:

Fr. Dipl.-Soz. Päd. (FH) R. Winner

Fr. Dipl.-Soz. Päd. (FH) R. Winner
Suchttherapeutin
Email: Winner_R@ukw.de

Hr. Soz. Päd. (B.A.) P. Schweizer
Email: Schweizer_P@ukw.de

Pflegerische Stationsleitung:
Hr. M. Ruppert (Leitung)
Fr. M. Perlinski (stellvertretende Leitung)
Hr. W. Hörmann (Mentor)