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Klinik


Klinik und Poliklinik für
Psychiatrie,
Psychosomatik und
Psychotherapie

Univ.-Prof. Dr. J. Deckert


Was ist eine Depression?

Die Depression gehört zu den sogenannten affektiven Störungen, die durch eine krankhafte Veränderung der Stimmungslage gekennzeichnet sind. Für die Depression sind eine niedergedrückte Stimmung, ein Interessens- und Freudverlust sowie ein reduzierter Antrieb charakteristisch. Häufig kommen weitere Symptome hinzu wie Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Schuldgefühle, ein vermindertes Selbstwertgefühl, innere Unruhe, eine pessimistische Zukunftssicht und Suizidgedanken. Viele Patienten klagen zudem über körperliche Symptome wie Rücken- oder Kopfschmerzen, Schwindel, ein Engegefühl im Brustkorb, Schwere der Glieder, eine Veränderung des Appetits und Gewichtsschwankungen, eine verminderte Libido und Schlafstörungen.
Bei der Entstehung wie auch beim Verlauf einer Depression wirken Umwelteinflüsse wie z.B. negative Lebensereignisse, Stress oder Überlastung, Verschiebungen im Nervenbotenstoffhaushalt und Veranlagung zusammen.
Die Depression zählt zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und man schätzt, dass sie im Jahr 2020 die zweithäufigste Ursache für durch Krankheit verlorene Lebensjahre sein wird. Bis zu 20% aller Menschen leiden einmal in ihrem Leben an einer Depression. Bei 15-30% der Patienten nimmt die Erkrankung einen chronischen Verlauf mit wiederkehrenden Krankheitsphasen („rezidivierende depressive Störung“).
Die Mehrzahl depressiver Erkrankungen wird nicht oder nicht adäquat behandelt. Dabei können bei rechtzeitiger Diagnose und adäquater Therapie die Heilungschancen in den meisten Fällen als gut bezeichnet werden. Eine adäquate Therapie umfasst dabei je nach den individuellen Entstehungsbedingungen der depressiven Erkrankung somatische, psychotherapeutische und soziotherapeutische Therapieansätze.

Unser Behandlungsangebot

Unsere Schwerpunktstation 3-Ost bietet daher ein individualisiertes und umfassendes Behandlungskonzept für Patienten mit Depression an. Behandlungsschwerpunkte bilden somatische Therapieverfahren, psychotherapeutische Verfahren und  komplementärtherapeutische Angebote. Darüber hinaus gibt es ein spezielles Behandlungsangebot für Patienten, bei denen die bisherige Behandlung noch zu keiner Besserung der depressiven Symptome geführt hat („Therapieresistenz“). Die Behandlungsform der stationären Therapie eröffnet hierbei die Möglichkeit einer besonders intensiven und optimal aufeinander abgestimmten Verzahnung von medikamentöser Therapie und psychotherapeutischen Maßnahmen. Alle Behandlungsbausteine werden in einem individuellen Therapieplan auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt. In Einzelfällen kann die stationäre Therapie durch eine tagesklinische Therapie als Übergang zur ambulanten Therapie ergänzt werden.

Schwerpunktstation Depression

Station 3-Ost Tel.: 0931/201-76600
21 stationäre Behandlungsplätze PS_3Ost@ukw.de

Somatische Therapieverfahren     

Die medikamentöse Behandlung der Depression erfolgt nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Empfehlungen (Leitlinien) und beinhaltet neben einer standardisierten psychometrischen Befunderhebung die konsequente Kontrolle der Medikamentenspiegel im Blut durch das sogenannte Therapeutische Drug Monitoring (TDM). Weitere somatische Therapieverfahren umfassen die Wachtherapie und in ausgewählten Fällen die Lichttherapie. Als elektrophysiologische Behandlungsmöglichkeit wird bei therapieresistenten Depressionen die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) angeboten, in Einzelfällen auch die transkranielle Magnetstimulation (TMS) im Rahmen eines individuellen Heilversuchs.

Psychotherapie

In wöchentlichen Psychoedukations-Seminaren wird grundlegendes Wissen über die Erkrankung vermittelt. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass sowohl Patienten als auch Angehörige desto besser mit der Erkrankung umgehen können, je mehr sie über Ursachen, Verlaufsformen und Therapiemöglichkeiten wissen. Zentrale Elemente sind psychotherapeutische Einzelgespräche auf kognitiv-verhaltenstherapeutischer Grundlage sowie eine störungsspezifische Gruppen-Psychotherapie („interpersonelle Psychotherapie“; IPT), in der zwischenmenschliche Probleme emotional bearbeitet und die nötigen sozialen Fertigkeiten zur Bewältigung interpersoneller Konflikte entwickelt werden. Das psychotherapeutische Angebot wird ergänzt durch weitere gruppentherapeutische Angebote wie Konzentrationstraining Gedankenstoppgruppe, Stressbewältigungsgruppe, Kontaktgruppe, Aktivierungsgruppe zum Training sozialer Kompetenzen und Genussgruppe. Psychoedukative Gruppen zum Thema Schlaf und Ernährung vervollständigen unser psychotherapeutisches Angebot.

Gespräch

Komplementäre Therapien        

Als dritter Baustein der stationären Therapie gilt das breite Angebot der sogenannten komplementären Therapieformen, die stationsübergreifend in der Klinik angeboten werden. Hierzu gehören die Ergotherapie, die Kunst- und Musiktherapie. Unseren Patienten steht das breit gefächerte Programm der Physiotherapie mit ausgebildeten Krankengymnasten und Masseuren zur Verfügung, im Rahmen dessen auch Entspannungstechniken vermittelt werden (z.B. Muskelentspannung nach Jacobsen). Darüber hinaus gibt es sozialpädagogische Beratungsmöglichkeiten in rechtlichen oder finanziellen Belangen oder bei der Wiedereingliederung in den Beruf.  

Unser Behandlungsteam

Unser erfahrenes Behandlungsteam ist multiprofessionell und umfasst eine Oberärztin, zwei Assistenzärztinnen, zwei Psychologinnen, eine Sozialpädagogin und zwölf Fachkräfte für Pflege und gesundheitsfördernde Berufe, hierunter einige mit der Fachweiterbildung Psychiatrie und eine Mitarbeiterin der ambulanten, aufsuchenden Pflege. Stationsübergreifend wird das Team ergänzt durch ausgebildete Krankengymnasten, Masseure, Ergo-, Kunst- und Musiktherapeutinnen und -therapeuten. Regelmäßige stationsinterne Fallbesprechungen im Team, gemeinsame Stationsübergaben, regelmäßige Besprechungen der stationsinternen Abläufe im Sinne einer Qualitätssicherung sowie stationseigene Fortbildungen runden das Programm ab. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem „Bündnis Depression“ und den Selbsthilfegruppen der Stadt Würzburg.

Visite
OA Dr. Dipl.chem. Polak

Oberärztliche Leitung:

OA Dr. Dipl.chem. Polak 
email: Polak_T@ukw.de

Stationsärzte:

Fr. Dr. L. Kamski
email: Kamski_L@ukw.de

Fr. E. Scholl

Fr. E. Scholl
email: E_Scholl_E@ukw.de

Hr. DP F. Seeger

Hr. DP F. Seeger
email: Seeger_F@ukw.de

Fr. Dipl.-Soz.Päd. B. Edelmann

Sozialpädagogin:

Fr. Dipl.-Soz.Päd. B. Edelmann
email: Edelmann_B@ukw.de

Frau A. Bison

Pflegerische Stationsleitung:

Frau A. Bison

Frau W. Staab (Mentorin)